bkj.de
Projekt: „Good Morning Cologne“

Köln 2016

Die Kommunikation gewährleisten

Die Lehrperson ist zentral, damit ein Projekt mit einer Schule funktioniert. „Wie genau das dann funktioniert, hängt immer von der jeweiligen Person ab. Aber die Kommunikation ist immer sehr wichtig“, das betont Iris Then immer wieder. Sie ist freischaffende Filmregisseurin und Designerin. An der Hochschule Macromedia in Köln unterrichtet sie außerdem Scriptdoctoring und Studioproduction. Gemeinsam mit Studierenden hat sie ein Kooperationsprojekt mit Schulen ins Leben gerufen, in dem Schülerinnen und Schüler mit den Studierenden ein TV-Nachrichtenmagazin mit positiven Meldungen inhaltlich gestalten und produzieren.

Iris Then nimmt am Kompetenzkurs Kultur – Bildung – Kooperation teil. In ihrem Kooperationsprojekt überprüft sie die Anregungen, die sie in der Weiterbildung bekommen hat und wendet sie an. Ihre Erfahrung wurde bestätigt: „Egal, welches Projekt ich mache, die pädagogische Kraft an der Hand zu haben, ist einfach so und so wichtig.“ Gerade, wenn man ein zeitlich begrenztes Projekt mache, kenne man die Strukturen der jeweiligen Schule nicht. Nur über die Lehrerin oder den Lehrer erführe sie etwas über die Schülerinnen und Schüler, über deren Umfeld. So gelänge es sensibel mit den Projektteilnehmenden umzugehen. „Ich brauche so eine Kraft, um Dinge überbrücken zu können, die ich gar nicht kenne und auch nicht kennenlernen kann innerhalb kürzester Zeit.“ Für Iris Then ist es optimal, dass die Lehrerin während des aktuellen Projektes dabei ist, sie organisatorische und rechtliche Fragen gemeinsam klären, dass sie sich engagiert einbringt und sogar die Themen des Projektes noch einmal im Unterricht aufgreift. Ob das immer so zutrifft, ist unterschiedlich. „Es ist schwierig, wenn das nicht gut funktioniert. Aber das ist keine prinzipielle Geschichte von Schule. Das ist sehr individuell“, so Iris Then.

Von ihrer Seite versucht sie alles, dass es gut funktionieren kann. Das ist für sie sehr wichtig. Im Projekt sind 35 Schüler*innen – der Großteil aus der zehnten Klasse und einige aus der Schülerzeitung – des Ursulinengymnasiums in Köln. Nachdem die Kunstlehrerin sich für die Kooperation interessiert hatte, hat Iris Then in einem Vorgespräch die gegenseitigen Vorstellungen geklärt: „Wir besprechen auch als erstes, in welchem Unterricht das Angebot stattfindet, warum möchte die Lehrerin das Projekt machen, welche Intention, welche Absicht verbindet sie damit.“ Auch über den Ablauf des Projekts wurde gesprochen und die Hochschule und das Studio, in dem das Nachrichtenmagazin dann produziert worden ist, gezeigt. In einem Workshop erhielten die Schüler*innen dann grundlegende Informationen zum Thema Nachrichten. Sie erfuhren von den Studierenden*, wie man Moderationstexte schreibt, wie man mit der Kamera umgeht und was wichtig ist, wenn man vor der Kamera steht. Die Nachrichtenbeiträge wurden danach innerhalb von zwei Monaten von den Schüler*innen in ihrer Freizeit produziert. Sie haben die Medien benutzt, die ihnen zur Verfügung standen. Das waren meist ihre Handys. Auch wenn die Tonqualität dabei nicht so gut ist, war es Iris Then wichtig, dass sie das nutzen, was sie haben und womit sie umgehen können: „Damit sollen sie auch angeregt werden, später eigenständig weiterzuarbeiten und das geht nicht, wenn sie das Equipment gewohnt wären, was wir ihnen geben.“ Die Sendung wurde anschließend im Fernsehstudio der Hochschule gemeinsam mit den Studierenden produziert. Über einen Feedback-Bogen bekam Iris Then eine direkte Rückmeldung der Schülerinnen und Schüler: „Da steht, dass sie es toll finden, dass man mal anders die Welt anschaut und sie eigenständig Nachrichten kreieren. Immer, wenn sie das gemacht haben, wachsen sie ein Stück über sich hinaus.“

Das Projekt ist sehr klar strukturiert, die Zuständigkeiten zwischen Studierenden*, Iris Then und der Schule sind deutlich. Sie sagt: „Das sind alles Dinge, die ich ihnen versuche möglichst einfach zu gestalten.“ In der Kooperation mit dem Ursulinengymnasium war das auch ein voller Erfolg. Im Nachgespräch mit der Kunstlehrerin über ihre Wahrnehmung und die der Schüler*innen sei deutlich geworden, dass beide längerfristig miteinander zusammen arbeiten wollen.

Damit sich mehr Schulen für ihr Angebot interessieren, was in der komfortablen Lage ist, dass es keine Kosten verursacht, hat Iris Then eine Broschüre entwickelt, „um einfach transparent zu machen, worum geht es eigentlich, was sind die Ziele, was haben die Schüler davon, was können die Lehrer davon mitnehmen.“ Die Broschüre sei erst durch den Kompetenzkurs entstanden, weil sie dabei gemerkt habe, dass es einen hohen Kommunikationsbedarf hin zu den Schulen gibt. Nicht nur das, der Kompetenzkurs hat ihr auch geholfen, „mehr darüber zu wissen, was sind denn die Bedürfnisse in der Schule, um darauf besser eingehen zu können, in der ganzen Kommunikation und dann auch inhaltlich in der Sendung“, beschreibt Iris Then ihr Interesse an der Weiterbildung. Der Hochschulbetrieb, in dem sie tätig ist, sei auch etwas anderes als der Schulbetrieb – strukturell und auch pädagogisch betrachtet. Sie merke den Altersunterschied natürlich: „Die sind ja noch nicht in so einen selbstständigen Rahmen eingebunden und gleichzeitig geht es oft um Selbstwirksamkeit. Das ist ja fast wie eine Diskrepanz, in dem schulischen System, wo alles vorgegeben ist, gleichzeitig dieses Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit, was dann auch immer wieder bei unserer Sendung heraus kommt, dass das eigentlich was sehr wesentliches ist, was die jungen Leute richtig beflügelt.“ Viele Methoden und Vorgehensweisen mit den Schüler*innen, aber auch in der Kooperation mit der Schule, hat sie bereits intuitiv angewendet, aber der Kompetenzkurs sei sehr fundiert aufgebaut und so könne sie diese Dinge besser einordnen und strukturiert anwenden. „Dieses Angebot also finde ich total passend und auch zeitlich wie gewünscht als wäre es vom Himmel gefallen. Für mich war das eine große Bereicherung bisher, was ich da an die Hand bekommen habe,“ resümiert Iris Then.

Mehr über das Projekt erfahren

Fotos: Iris Then



nach oben | zurück
Diversität anerkennen
Inklusion umsetzen
Zusammenhalt stärken
Seite drucken | PDF der Seite erstellen | Seite empfehlen deliciousWhatsapp | Kontakt | Sitemap | Impressum | Datenschutz